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Die erste Wagnertuba (Ottensteiner)

January 18, 2026 by Admin Team

Das Spielen der Wagnertuba wirft für Hornisten viele Fragen auf, unter anderem: „Wer hat die allererste Wagnertuba gebaut?“

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Hans Richter 1880s
Hans Richter 1880s

Wie bereits in unserem Geschichtsteil erwähnt, hatte Richard Wagner 1853 während der Arbeit an „Das Rheingold“ die Idee zur Entwicklung des Instruments. Er stellte sich ein Hornquartett vor, das einen klangvolleren und dramatischeren Ton erzeugen sollte als alle bis dahin gefertigten Hörner – irgendwo zwischen Horn und Posaune.

Die Zusammenarbeit Wagners mit Hans Richter, selbst ein talentierter Hornist, führte schließlich mehr als zwanzig Jahre nach seiner ersten Idee zur Lösung. Hans Richter verstand Wagners Vision und beauftragte Ende 1874 den bayerischen Holz- und Blechblasinstrumentenbauer Johann Georg Ottensteiner in München mit dem Bau der von Wagner so genannten „Tuben“.

ANMERKUNG: Es dauerte weitere drei Jahre, bis ein anderer Blechblasinstrumentenhersteller seine erste Wagnertuba fertigte. Dies war Moritz im Jahr 1877, gefolgt von Alexander im Jahr 1890. Beide Hersteller verbesserten Ottensteiners Entwurf und lieferten in der Folge Wagnertuben für Bayreuth.

Johann Georg Ottensteiner: Der erste Wagnertuba-Hersteller

Johann Georg Ottensteiner war der Handwerker, der die allerersten Wagnertuben herstellte. Sein Name ist vielen Hornisten unbekannt, und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels gab es noch nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag über ihn! Um sein bedeutendes Werk für die Musik bekannter zu machen, fassen wir hier zusammen, was wir über sein Leben wissen.

Blick auf Füssen vom Forggensee aus.

Johann Georg Ottensteiner wurde am 9. Februar 1815 in Füssen geboren und starb am 6. August 1879 in München. (Quelle: Wikidata). Seine Familie hatte eine enge Verbindung zu Musikinstrumenten; sein Vater spielte Flöte und Klarinette. Mit Anfang zwanzig zog er nach Paris, wo er eine professionelle Ausbildung absolvierte. Er verbrachte dort einige Jahre, bevor er nach Bayern zurückkehrte und sich vor allem als Klarinettenbauer einen Namen machte. In Zusammenarbeit mit dem bayerischen Klarinettisten und Komponisten Carl Baermann entwickelte er das nach ihm benannte Baermann-Ottensteiner-Klappensystem für die Klarinette. Hier einige Beispiele für Instrumente von Johann Georg Ottensteiner, die heute noch existieren:

Bassethorn von Ottensteiner (Edinburgh University Museum)
Baritonhorn von Ottensteiner (Edinburgh University Museum) Anmerkung: Dieses Baritonhorn ähnelt verblüffend einer Wagnertuba!

Ottensteiner fertigte die ersten Wagnertuben in München zwischen 1874 und Anfang 1875. Eine Beschreibung ihrer Spielbarkeit und einiger technischer Spezifikationen finden Sie hier.

Ottensteiner Wagnertuben: Das erste öffentliche Konzert (1875)

Diese allerersten Wagnertuben wurden am 1. März 1875 in Wien erstmals öffentlich aufgeführt. Die Generalprobe fand von 9:30 Uhr bis 12:00 Uhr statt, das Konzert begann um 19:00 Uhr. Richard Wagner dirigierte selbst, und die Hornisten, die diese ersten Wagnertuben spielten, waren Alois Schantl, Michael Pichler, Franz Nittmann und Wilhelm Kleinecke. Sie gelten somit als die ersten Wagnertubisten überhaupt.

Wagner und Cosima 1872
Cosima u. Richard 1872

Das Konzert war eines von fünf, die Wagner im Frühjahr 1875 in Wien gab. Cosima Wagner war am 1. März 1875 anwesend. In ihrem Tagebuch beschreibt sie das Konzert und Wagners Empfang wie folgt:

„Es geht herrlich … R muss einige Worte an das Publikum richten, er dankt dem herrlichen Publikum Wiens, welches auch heute ihm gefolgt sei …“ Den vollständigen Tagebucheintrag können Sie hier lesen.

Auch Amalie Materna, die österreichische Opernsängerin und dramatische Sopranistin, die die Rolle der Brunhilde kreiert hatte, trat bei dem Konzert auf.

Ottensteiners Vermächtnis

Im Frühjahr 1875 hatte Wagner diese ersten Versuche mit „Tüfen“, wie er sie nannte, getestet, war aber nicht zufrieden. Sie bedurften einiger technischer Verbesserungen, um den von ihm angestrebten Klang zu erreichen. Wie bereits erwähnt, erfolgte dies einige Jahre später (Moritz und Alexander). Es mag also ein ungünstiger Start für Ottensteiner gewesen sein, doch sein Vermächtnis als Instrumentenbauer ist unbestreitbar und verdient größere Anerkennung. Ohne seine Bereitschaft, die einzigartige musikalische Vision eines großen und anspruchsvollen Komponisten zu verwirklichen, hätten wir die Entwicklung des Instruments, das wir heute als Wagnertuba kennen, vielleicht nie erlebt.

Filed Under: Richard Wagner, wagner tuba players, Wagnertuba Tagged With: ottensteiner, Wagner, wagnertuba, wagnertubaspieler

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