Die Notation der Wagnertuba war lange Zeit ein Thema der Verwirrung. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Richard Wagner selbst seine Notation für die Wagnertuba variierte, sogar innerhalb des einen Werkes des Ring des Nibelungen.
Wagnertuba-Notation im Ring des Nibelungen: Beispiel
In der Walküre und im Siegfried sind die Tubastimmen in Es und B notiert, wobei die Tenortuben im Violinschlüssel eine Sexte tiefer und die Basstuben im Bassschlüssel einen Ganzton tiefer klingen als notiert. Im Rheingold und auch im Vorspiel der Götterdämmerung hingegen sind sie in B/F notiert. Vom ersten Akt der Götterdämmerung bis zum Ende des Werkes kehrte Wagner wieder zur doppelten Transposition Es und B zurück.
Wagner verwendete, ebenso wie Bruckner und Strawinsky, auch andere Notationssysteme wie die B♭-„Basso“-Notation (Bassschlüssel, der eine große None tiefer klingt), die Es- oder C-Notation und den oktavverschobenen Bassschlüssel. (Es herrscht allgemeine Übereinstimmung darüber, dass diese unpraktisch sind und vermieden werden sollten)
Angesichts dieser historischen Inkonsistenz ist es daher nicht verwunderlich, dass Komponisten, Arrangeure und Interpreten die Wagnertuba-Notation als Herausforderung empfanden.
Der moderne Ansatz der Wagnertuba-Notation
Heute ist die Verwendung der F-Horn-Transposition, typischerweise im Violinschlüssel, allgemein üblich. Das heißt, ein notiertes C klingt wie ein F, eine reine Quinte tiefer als notiert – genau wie Hornstimmen traditionell notiert werden.
Auf diese Weise:
- Die eigentliche Tonart des Instruments (Tenor-B oder Bass-Wagnertuba in F) wird ignoriert.
- Der Spieler transponiert physisch über sein Instrument, indem er die entsprechende Seite seiner Wagnertuba benutzt und die Griffweise entsprechend anpasst.
Diese einheitliche Transposition hilft Hornisten auch, innerhalb einer Partitur zwischen Horn- und Wagnertuba-Stimmen zu wechseln, ohne ihre mentale Tonhöhenreferenz ändern zu müssen.
Die Bedeutung der Kenntnis älterer Notationen
Es ist natürlich weiterhin wichtig, die älteren, alternativen Notationen zu kennen, insbesondere bei der Arbeit mit Originalpartituren von Komponisten wie Wagner oder Bruckner.
